Wachstumsprognose erneut korrigiert
Finanzminister Eichel rechnet nur noch mit 0,75 %

(opm - 5.1.2001) Die Bundesregierung wird ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum 2002 im neuen Jahreswirtschaftsbericht noch einmal erheblich nach unten korrigieren. Das berichtet das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in der neuen Ausgabe. Die Konjunkturexperten von Finanzminister Hans Eichel rechneten inzwischen nur noch mit einem Wirtschaftswachstum von 0,75 Prozent. Die Zahl der Arbeitslosen werde in diesem Jahr bei durchschnittlich vier Millionen liegen. Im Herbst des vergangenen Jahres hatten Eichels Fachleute für das laufende Jahr noch einen Zuwachs von 1,25 Prozent vorausgesagt. Mit der neuen Prognose für den Jahreswirtschaftsbericht, der Ende Januar im Bundeskabinett verabschiedet werden soll, haben sich laut SPIEGEL dennoch die Optimisten im Finanzministerium durchgesetzt. Einige Beamte hielten es auch für möglich, dass die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr nur um ein halbes Prozent zulegt. Damit stehe schon zu Jahresbeginn fest, dass Deutschland in diesem Jahr der Defizit-Obergrenze von drei Prozent, die der Stabilitätspakt für den Euro vorschreibt, gefährlich nahe komme. Die Experten des Bundesfinanzministeriums gingen davon aus, dass das deutsche Staatsdefizit bei der neuen Wachstumsprognose auf mindestens 2,5 Prozent steige. Deutschland läge damit an letzter Position in der EU.

Unsere Prognose für das Wirtschaftswachstum 2002 ist 0,25 %.