Wirtschaftskriminalität:
Verluste für Unternehmen in Milliardenhöhe
36 % der kleinen und mittleren Unternehmen betroffen
73,2 % der großen
deutschen Unternehmen mit mehr als 5.000 Mitarbeitern und 36
% der kleinen und mittleren Unternehmen sind Opfer wirtschaftskrimineller
Handlungen. Damit liegen deutsche Unternehmen weit über
dem europäischen Durchschnitt von 43/25 %. Zu diesem Ergebnis
kommt die aktuelle Studie Europäische Umfrage zur Wirtschaftskriminalität
2001 von PricewaterhouseCoopers, für die in den vergangenen
Wochen 3.400 Unternehmen, Organisationen und Verwaltungen in
15 europäischen Ländern nach Betrugsfällen der
letzten zwei Jahre befragt wurden.
"Unsere Erfahrungen zeigen, dass gerade in Ländern
wie Deutschland die hohe Zahl aufgedeckter Delikte nicht als
Anzeichen für ein außergewöhnliches Maß
an Wirtschafts- kriminalität verstanden werden sollte. Vielmehr
sind sie Anzeichen für ein ausgeprägtes Problembewusstsein
und damit eine hohe Aufklärungsrate", erläutert
Dr. Karl-Heinz Maul von PricewaterhouseCoopers. Gerade in den
Ländern, die überdurchschnittlich hohe kriminelle Aktivitäten
aufweisen, sind Systeme der Unternehmenskontrolle (Corporate
Governance) stark ausgeprägt. Deutsche Unternehmen wurden
zudem durch das Gesetz zur Kontrolle und Transparenz in Unternehmen
(KonTraG) sowie durch Anti-Korruptionsmaßnahmen für
kriminelle Machenschaften sensibilisiert. "Trotz der Abweichungen
in einigen Untersuchungsbereichen überwiegen jedoch die
Ähnlichkeiten zwischen den europäischen Ländern,"
betont Dr. Karl-Heinz Maul.
In ganz Europa wächst das Risiko der Wirtschaftskriminalität
mit zunehmender Größe eines Unternehmens. Komplexer
werdende Strukturen erschweren eine zentrale Kontrolle der internen
Abläufe und der Transaktionen mit Externen. Eine geringe
Identifikation der Mitarbeiter mit ihrem Unternehmen und damit
eine geringere Hemmschwelle ist eine weitere Gefahr. In über
60 Prozent der Fälle werden die Delikte von Personen aus
dem Unternehmen verübt.
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