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Wirtschaftslage
im Handwerk Frühjahr 2004
1 Warten auf den Aufschwung
06.03.04 - - Auch drei
Jahre nach dem einsetzenden Abwärtstrend in der deutschen
Wirtschaft stehen die Zeichen noch auf Sturm. Zwar mehren sich
die positiven Konjunktursignale steigende Auftragseingänge,
Exportplus, anziehende Investitionen doch der beginnende
Aufschwung verdient seinen Namen noch nicht ohne
Schwung dümpelt die konjunkturelle Aufhellung vor sich hin.
Der erste Warnschuss kam prompt: Im Februar sank der Ifo-Geschäftsklima-Index
überraschend zum ersten Mal seit zehn Monaten. Unter anderem
der starke Euro verhagelte vielen Unternehmen die Exportbilanz.
Aber auch die Unsicherheit über den weiteren Reformkurs
der Bundesregierung belastet sowohl die Stimmung der Verbraucher
als auch die der Unternehmen. Die geplante Einführung einer
Ausbildungsplatzabgabe gießt nur weiteres Öl in die
Flammen. Insbesondere das Handwerk reagiert mit Unverständnis
auf die drohende Zwangsabgabe: Denn 2003 lag die Ausbildungsquote
im deutschen Handwerk trotz hoher Umsatzverluste - bei
zehn Prozent. Dieses freiwillige Engagement sollte die
Politik nicht durch die Einführung einer Ausbildungsplatzabgabe
kaputt machen, so ZDH-Präsident Dieter Philipp. ...
allein die jetzt beginnende Diskussion um Ausnahmen, etwa die
Freistellung
von Branchen oder Regionen, zeigt doch, welch bürokratisches
Monster mit der Ausbildungsplatzabgabe genährt wird.
Auch die neue Handwerksordnung, nach der 53 von 94 Handwerksberufen
seit Beginn des Jahres keinen Meisterbrief mehr brauchen um sich
selbstständig zu machen, stößt in der Branche
auf große Skepsis, befürchten doch viele Betriebe
massive Qualitätseinbußen und Wettbewerbsverzerrungen.
Die aktuelle Befragung von Creditreform zum wirtschaftpolitischen
Umfeld ergibt wenig Positives zur Reform der Handwerksordnung.
Bleibt zu fragen: Gelingt den Handwerksbetrieben bei der Konjunktur
und der Stabilität ein Aufschwung?
2 Die aktuelle Konjunkturlage
des Handwerks
2.1 Geschäftslage
Die Anzeichen einer konjunkturellen
Erholung im deutschen Handwerk mehren sich: Im Vergleich zum
Vorjahr hat sich die Einschätzung der Geschäftslage
verbessert, jedoch befindet sich der Indikator immer noch auf
niedrigem Niveau. Jeder fünfte Handwerker (21,2 Prozent)
bewertet die aktuelle Geschäftslage mit sehr gut oder gut.
Im Vorjahr waren es 15,8 Prozent. Als mangelhaft oder ungenügend
bezeichnen 20,9 Prozent der Betriebe die Lage (2003: 29,4 Prozent).
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