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Seit der Jahresmitte gibt
es jedoch erste Anzeichen einer Besserung. So nimmt die von den
Instituten bereits im Frühjahr prognostizierte weltwirtschaftliche
Erholung allmählich Gestalt an. Im Euroraum ist die Geldpolitik
nach wie vor expansiv ausgerichtet und trägt zu einer Erholung
bei. In Deutschland sind zudem die Finanzierungsbedingungen der
Unternehmen günstiger geworden und schließlich ist
die Unsicherheit, die die Wirtschaft aufgrund des Irak-Konflikts
in der ersten Jahreshälfte lähmte, gewichen. Die moderaten
Lohnabschlüsse tragen zu einer leichten Verbesserung der
preislichen Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft
bei. Inzwischen weisen die Vertrauensindikatoren der Unternehmen
eindeutig nach oben.
Allerdings wird die konjunkturelle
Erholung in Deutschland nach wie vor durch eine Reihe von Faktoren
beeinträchtigt. So ist die Kapazitätsauslastung weiterhin
niedrig und die Aufwertung des Euro belastet den Export und erleichtert
den Import. Hinzu kommt, dass die Finanzpolitik im Jahr 2004
restriktiv ausgerichtet bleibt; den unterstellten steuerlichen
Entlastungen stehen beschlossene bzw. geplante Einsparungen sowie
der forcierte Abbau von Steuervergünstigungen gegenüber.
Vor diesem Hintergrund
prognostizieren die Institute, dass die gesamtwirtschaftliche
Produktion im Durchschnitt dieses Jahres stagniert und auch im
kommenden Jahr nur moderat zunehmen wird. Das reale Bruttoinlandsprodukt
wird im Jahr 2004 um 1,7 % steigen. Zu diesem Anstieg trägt
allerdings eine im Vergleich zu 2003 deutlich höhere Zahl
von Arbeitstagen bei. Arbeitstäglich bereinigt, also in
rein konjunktureller Sicht, wird die gesamtwirtschaftliche Produktion
nur um 1,1 % zunehmen. Von einem Aufschwung kann man daher nicht
sprechen.
In der ersten Jahreshälfte
2004 beschleunigt sich die konjunkturelle Entwicklung im Wesentlichen
aufgrund der stärkeren Binnennachfrage. Steuerliche Entlastungen
der privaten Haushalte und verbesserte Absatzperspektiven der
Unternehmen stützen sowohl den Konsum als auch die Investitionen.
Während der Anstieg der Konsumnachfrage in der zweiten Jahreshälfte
etwas nachlässt, wird die Konjunktur mehr und mehr von der
Auslandsnachfrage getragen. Die Industrieproduktion steigt beschleunigt,
und im tertiären Sektor nimmt die Wertschöpfung wieder
merklich zu. Im Baugewerbe hingegen verlangsamt sich lediglich
die Talfahrt. In Ostdeutschland steigt das reale Bruttoinlandsprodukt
2003 geringfügig, im nächsten Jahr wird es mit einer
ähnlichen Rate wie in Westdeutschland zunehmen.
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