Wirtschaftslage im Herbst
2003
Welt- und deutsche Wirtschaft
diw - 22.10.03 - - Die
weltwirtschaftliche Produktion nimmt seit dem letzten Frühjahr
beschleunigt zu. Die während der ersten Monate 2003 dämpfenden
Faktoren sind entfallen, die Wirtschaftspolitik stimuliert weiter,
und die Perspektiven werden günstiger beurteilt. Vorreiter
der Erholung sind wieder die USA. In Japan verläuft die
Entwicklung überraschend günstig, und in Südostasien
wurde die Schwächephase überwunden. Während die
Produktion in den EU-Beitrittsländern anhaltend kräftig
stieg, verharrte der Euroraum in der Stagnation.
Im Jahr 2004 bleibt die
Geldpolitik expansiv. Zudem wird unterstellt, dass weder die
Wechselkurse von Yen und Euro gegenüber dem Dollar nennenswert
weiter steigen, noch die restlichen Währungen Ostasiens
aufwerten. Der Rohölpreis dürfte bei 28 Dollar je Barrel
liegen. Unter diesen Umständen setzt sich die kräftige
Erholung der Weltkonjunktur im kommenden Jahr bei moderatem Preisanstieg
fort, wobei das regionale Gefälle abnimmt. Die Chancen für
einen selbst tragenden Aufschwung stehen gut: Die Restrukturierung
der Unternehmen ist weit vorangekommen, die Finanzierungsmöglichkeiten
werden besser, und die Gewinne steigen weiterhin deutlich; allerdings
ist das hohe und weiter zunehmende Leistungsbilanzdefizit der
USA ein Risiko für die weltwirtschaftliche Erholung. Die
westlichen Industrieländer erhalten kräftige konjunkturelle
Impulse von den asiatischen Schwellenländern. Während
sich die wirtschaftliche Expansion in den USA und in Japan im
Verlauf des Jahres etwas verlangsamt, nehmen Nachfrage und Produktion
im Euroraum und in den, der EU am 1. Mai 2004 beitretenden Ländern
rascher zu. In einem Sonderkapitel wird dargelegt, dass von der
Erweiterung für diese, wie auch für die alten
EU-Länder, auf längere Sicht positive Wachstumseffekte
zu erwarten sind.
Die deutsche Wirtschaft
befindet sich seit drei Jahren in einer Stagnation. Im ersten
Halbjahr 2003 ging die gesamtwirtschaftliche Produktion sogar
leicht zurück, und die Beschäftigung nahm weiter ab.
Maßgeblich hierfür waren die ungünstigen außenwirtschaftlichen
Rahmenbedingungen. So dämpften die Unsicherheiten im Zusammenhang
mit dem Konflikt im Irak und die anhaltende Aufwertung des Euro
die Nachfrage aus dem Ausland und führten zu einem Einbruch
bei der Ausfuhr. Aber auch die Binnenkonjunktur war schwach.
Bei fortgesetztem Rückgang der Beschäftigung nahmen
die verfügbaren Einkommen nur wenig zu, mit Ausnahme des
ersten Quartals stagnierte der private Konsum. Die Geschäftserwartungen
der Unternehmen blieben eingetrübt und die Anlageinvestitionen
gingen weiter zurück.
 |
weiter |

|
|