Investivlohn jetzt
!
von Gerald Weiß MdB
Wachstumsprognosen, die immer weiter
nach unten korrigiert werden müssen, hohe Inflation, saisonbereinigt
steigende Arbeitslosigkeit - die Wirtschafts- und Beschäftigungspolitik
der rotgrünen Bundesregierung ist gescheitert. Vor allem
die Arbeitslosen haben unter dieser Politik zu leiden - und die
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auch!
Aus Verantwortung für die Bekämpfung der Arbeits- losigkeit
hatten die Tarifparteien in vielen Branchen moderate Lohnerhöhungen
vereinbart. Nun müssen die Beschäftigten feststellen,
dass die Einkommenszuwächse durch die Inflation mehr als
aufgefressen werden. Da ist es nur zu verständlich, dass
die Rufe nach einem kräftigen Schluck aus der Pulle bei
der nächsten Tarifrunde immer lauter werden.
Zu hohe Tarifabschlüsse können freilich die Misere
am Arbeitsmarkt noch vergrößern. Ein Ausweg aus diesem
Dilemma bieten Investivlöhne. Die Tarifpartner vereinbaren,
dass die Arbeitnehmer neben ihrem "Barlohn" auch einen
"Sparlohn", also Beteiligungen, erhalten. Teile des
Arbeitsentgelts werden damit erfolgsabhängig. Geht's der
Firma gut, macht sich das im Geldbeutel der Beschäftigten
bemerkbar. Bei einer schlechten wirtschaftlichen Situation bleibt
den Mitarbeitern der tarifliche "Barlohn". Da dieser
nur mäßig ansteigt, hält sich die Belastung des
Unternehmens in Grenzen. Gedient ist damit allen: den Unternehmen,
den Arbeitnehmern - und den Arbeitslosen, deren Aussicht auf
einen Arbeitsplatz steigt.
Es ist erfreulich, dass in immer mehr Branchen und Betrieben
über Modelle der Mitarbeiterbeteiligung und über Investivlöhne
nachgedacht wird. Der große Durchbruch ist dieser Idee
bisher allerdings versagt geblieben - trotz der Verbesserungen,
die die christliche-liberale Koalition in der letzten Wahlperiode
mit dem Dritten Vermögensbeteiligungsgesetz durchgesetzt
hatte. Die Politik ist daher aufgefordert, die rechtlichen Rahmenbedingungen
für Investivlöhne weiter zu verbessern.
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