Regierung verschuldet
Benzinkostenexplosion
24.4.2001 - Die Mineralölkonzerne
weisen die Kritik des Bundeskanzlers wegen der hohen Benzinpreise
zurück. "Nach den nächsten beiden Stufen der Ökosteuer
sollte eigentlich auch dem Bundeskanzler klar sein, warum Benzin
in Deutschland so teuer ist", verlautet heute der Mineralöl-
wirtschaftsverband (MWV). Pro Liter Benzin würden dann 1,60
Mark Steuern bezahlt - heute sind es 1,45 Mark. "Benzin
ist das am höchsten besteuerte Produkt in Deutschland",
stellt der Verband fest.
Schröder habe bei seiner Kritik an den Ölunternehmen
übersehen, dass vor allem das Profitinteresse seiner Regierung
die Basis für immer neue Rekordpreise am Benzinmarkt bilde,
heißt es weiter. Die Einnahmen der Bundesregierung aus
dem Ölgeschäft seien mit rund 75 Milliarden Mark noch
deutlich höher als die der Opec-Länder, die lediglich
rund 45 Milliarden Mark erwirtschaftet hätten.
Finanzminister Hans Eichel habe auch bei weitem mehr eingenommen
als die deutschen Mineralölunternehmen, die im vergangenen
Jahr ungefähr eine halbe Milliarde Mark Gewinn gemacht hätten,
rund einen halben Pfennig je Liter verkauftem Mineralölprodukt.
"Bundeskanzler Schröder sollte bei der Bewertung ökonomischer
Fakten auf dem Mineralölmarkt mehr Fairness walten lassen".
Minister seiner Regierung, die sich mit den Fakten näher
vertraut gemacht hätten, seien über die Ursache für
den jüngsten Höhenflug des Benzinpreises informiert.
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