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Urhebervertragsgesetz wird
Arbeitsplätze zerstören
Die führenden Vertreter
der Medien- und Werbewirtschaft haben heute in Berlin an den
Bundestag appelliert, den von der Bundesregierung vorgelegten
Entwurf für ein neues Urhebervertragsgesetz zu korrigieren.
"Dieses Gesetz wird Arbeitsplätze zerstören",
erklärte der Präsident des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger
(VDZ), Dr. Hubert Burda.
Der Mittelstand und im besonderen Maße die Medienbranche
sähen sich seit längerem einer Regulierungswut der
Bundesregierung gegenüber:
- dem neuen Betriebsverfassungsgesetz,
- dem 630 Mark-Gesetz,
- dem Gesetz zur so genannten
Scheinselbstständigkeit
- und nun dem Urhebervertragsrecht.
Wieder einmal werde das
freie Spiel der Kräfte dem Regularismus geopfert, wieder
einmal ein Freiraum zielstrebig zugemauert. "Dieser Entwurf
ist ein Rückfall in die dirigistische Steinzeit und unterminiert
die Vertragsfreiheit, die einer der Grundpfeiler der sozialen
Marktwirtschaft ist", unterstrich Dr. Burda.
Der Präsident des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger
(BDZV), Helmut Heinen, erklärte, dass der Gesetzentwurf
auch in der veränderten Form nicht hinnehmbar sei. "Wir
fordern klare Regelungen, die Rechtssicherheit und Planungssicherheit
bieten", so Heinen. Die Zeitungsverleger wehrten sich nicht
grundsätzlich gegen das Urhebervertragsrecht und sperrten
sich auch nicht gegen die Sicherung der angemessenen Vergütung.
Die vom Justizministerium vorgeschlagenen Änderungen seien
jedoch völlig unzureichend. Nach wie vor seien kollektive
Honorarvereinbarungen vorgesehen, die den Unternehmen im Streitfall
von Oberlandesgerichten aufgezwungen würden. Heinen machte
deutlich, dass dies gegen die Vertragsfreiheit verstoße.
Der Präsident des Gesamtverbands Werbeagenturen (GWA), Lothar
S. Leonhard, nannte den vorliegenden Gesetzentwurf "realitätsfern".
Individuelle Vergütungsnachforderungen für meist im
Team entstandene Agenturleistungen setzten die betriebswirtschaftliche
Planbarkeit außer Kraft. Ein solches Urhebervertragsgesetz
werde bei den Werbeagenturen dazu führen, dass viele freie
Mitarbeiter keine Beschäftigungen mehr erhielten, wenn die
Vertragssicherheit für erbrachte Leistungen nicht garantiert
sei.
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