Kundenakzeptanz
durch Zertifikate?
Inflation der Gütesiegel
Um das Vertrauen der Kunden in Online-Shops
zu fördern, schmücken sich viele Anbieter mit Gütesiegeln.
Doch da es bislang keine einheitlichen Prüfkriterien gibt,
sorgt die Vielzahl der angebotenen Zertifikate bei Verbrauchern
und Shopanbietern eher für Verwirrung statt für Klarheit,
meint das IT-Magazin iX in seiner Ausgabe 6/2001.
Weil immer noch viele potenzielle Kunden vor dem Online-Kauf
zurückschrecken, setzen viele Internet- Händler auf
ein Gütesiegel als vertrauensbildende Maßnahme. Solche
Prüfzeichen werden von verschiedensten Institutionen zu
sehr unterschiedlichen Preisen vergeben. Die günstigsten
sind bereits für 500 Mark pro Jahr zu haben, ein Zertifikat
des TÜV Essen hingegen kostet 100.000 Mark jährlich.
Die hohe Preisspanne erklärt sich durch das breite Spektrum
der Vergabekriterien und dem dahinterstehenden Prüfaufwand.
Für den Kunden ist die Lage deshalb sehr undurchsichtig.
"Es ist für den Online-Shopper unklar, auf welche Zertifikate
er sich verlassen kann und auf welche nicht", sagt Ute Roos,
E-Commerce-Spezialistin bei iX. Denn ein Standard für Gütesiegel
existiert bislang nicht. Allerdings treffen sich seit Ende letzten
Jahres die Siegelanbieter unter dem Dach der IT-Herstellervereinigung
D21, um sich über die Vereinheitlichung der Zertifikate
zu verständigen. Im Herbst wollen die Anbieter in Tokio
die Siegelvergabe sogar weltweit koordinieren. "Die Weichen
sind gestellt", so Ute Roos, "allein der Weg ist noch
ziemlich weit."
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