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Deutsche Behörden im
Internet nicht bürgerfreundlich
13.12.01 - ots - Wenn es um den Einsatz von Internettechnologien
bei Behörden und Verwaltungen geht, dem e-Government, gibt
es Nachholbedarf in Deutschland: Wer zum Beispiel eine Geburts-
oder Heiratsurkunde online beantragen oder sich an einer Hochschule
einschreiben möchte, hat schlechte Karten. Im europäischen
Durchschnitt sieht es allerdings nicht besser aus. Irland ist
die löbliche Ausnahme. Die Insel erzielte in der Kategorie
der Genehmigungen und Konzessionen mit seinen Angeboten einen
mehr als doppelt so hohen Durchschnittswert (71 Prozent) wie
Gesamteuropa (33 Prozent). Volle Punktzahl erzielten in Deutschland
die elektronischen Angebote zur Zolldeklaration, Körperschaftssteuer,
Einreichung statistischer Daten und Arbeitssuche. Dies ergab
eine Studie der Management und IT Beratung Cap Gemini Ernst und
Young im Auftrag der Europäischen Kommission und im Rahmen
der eEurope Initiative zur aktuellen Situation des e-Governments
in den 15 Ländern der EU sowie Norwegen und Island. Rund
7.400 Websites aus dem öffentlichen Sektor wurden für
die Studie im Oktober diesen Jahres europaweit untersucht, wobei
die jeweiligen gesetzlichen Rahmenbedingungen in den einzelnen
Ländern sowie der Stand des technisch Machbaren mit berücksichtigt
wurden. Die Erhebung wird künftig alle sechs Monate durchgeführt
und von der Europäischen Kommission veröffentlicht.
Bei einer durchschnittlichen
Gesamtbewertung der bestehenden Service-Angebote von staatlichen
Stellen und Gemeinden im Internet von 45 Prozent (vollständige
Abwicklung auf elektronischem Weg = 100 Prozent) liegen europaweit
vor allem die Möglichkeiten der Arbeitsvermittlung (81 Prozent),
der Abgabe der Einkommenssteuererklärung (74 Prozent) und
der Mehrwertsteuer (68 Prozent) vorn. Schlusslicht sind abgeschlagen
die Leistungen im Gesundheitswesen (7 Prozent). Insgesamt gehen
die Angebote öffentlicher Service-Leistungen für Unternehmen
(54 Prozent) deutlich mehr in Richtung kompletter Abwicklung
über das Internet als die Angebote an die Bürger (40
Prozent). Einzige Ausnahme bilden die Benelux-Staaten, in denen
die Leistungen für die Bevölkerung besser umgesetzt
sind.
Mit einem Durchschnittswert
von 62 Prozent der maximal erreichbaren Punktzahl schneiden insbesondere
Angebote gut ab, die für staatliche- und kommunale Stellen
Einnahmen versprechen und hinter denen einfache Abläufe
sowie zentral koordinierte Dienstleistungen stehen. Dänemark,
Norwegen und Frankreich haben hier die Nase vorn. Im Gegensatz
dazu erzielen Dienstleistungen wie die Vergabe von Baugenehmigungen,
Umweltzertifikaten oder Immatrikulationen an Hochschulen und
Fachhochschulen aufgrund der komplexen administrativen Prozesse
nur geringe Werte. Der Schlüssel zum Erfolg, so Wieland,
liege denn auch darin, die angebotenen Dienste der Behörden
und staatlichen Stellen effizienter zu koordinieren und deren
Verwaltung zu vereinfachen.
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