Nur Gebühren für E-Mails lösen das SPAM-Problem
Spammer trotzen Gesetzen

(5.2.03 - pte) - - Wenig bis gar keine Ergebnisse bescheinigt eine aktuelle Studie dem seit 1. Januar geltenden US-weiten Anti- Spamgesetz. Laut Berechnungen der kalifornischen E-Mail- Security-Firma Postini waren im Januar bereits 79 Prozent aller elektronischen Nachrichten unerwünschter Müll. "Das can-spam- Gesetz hat wenig unmittelbare Auswirkungen auf das Ausmaß von unerwünschten Mails", diagnostizierte Postini-Manager Andrew Lochart.

Darüber hinaus hat alleine Postini im Januar für seine Kunden über zehn Mio. so genannte "Directory Harvest Attacks" (DHAs) abgefangen. Dabei handelt es sich um den Versuch von Spammern, das gesamte E-Mail-Verzeichnis eines Unternehmens zu stehlen. Die so "gewonnenen" Adressen werden dazu verwendet, um von ihnen aus Spam zu versenden.

Das unter dem Kürzel "can spam" ("Controlling the Assault of Non-Solicited Pornography and Marceting Act") verabschiedete US-Gesetz gilt als relativ weich, da es lediglich eine so genannte Opt-Out-Klausel enthält. Demnach ist grundsätzlich das Versenden von Massenmails erlaubt, bis die User von selbst verlangen, keine Spam mehr zu erhalten. Im Gegensatz dazu müssen Firmen bei Opt-In-Klauseln erst eine existierende Kundenbeziehung zum Empfänger nachweisen bzw. die Erlaubnis von diesem einholen, ihm eine elektronische Nachricht schicken zu dürfen.

Es ist damit ganz legal z.B. eine der zahllosen für unter 100 $ angebotenen E-Mail-Adress-Sammlungen (meist um die 25 Mio. Adressen) zu kaufen und fleißig E-Mails darüber zu versenden (an US-Accounts oder von US-Accounts, aus), bis ein Empfänger ausgetragen werden möchte. Wird diese Funktion automatisiert, so erhält ein entsprechender Anbieter binnen kurzem eine optimierte Interessentendatei für unter 100 Dollar, da der E-Mail-Massen- versand im Zeitalter der Standleitungen ihn praktisch nichts kostet. Kein Wunder, dass SPAM immer mehr um sich greift. Die Lösung sind keine E-Mail-Filter, SPAM-Listen etc. sondern ganz einfach die Verteuerung von E-Mails. Würde eine E-Mail 10 cent kosten, wären das für einen Spammer bei 25 Mio. Mails statt Null Dollar plötzlich 2,5 Mio. Dollar. Und selbst bei einem E-Mail-Preis von nur einem Cent wären es immer noch 250.000 Dollar. Damit würde sich das SPAM -Problem von selber erledigen. Aber das passt natürlich den großen Software (security) Firmen nicht in den Kram, die ja an Firewalls und Anti-SPAM-Software Milliarden verdienen. Nur warum spielen die Internet-Provider da mit und verzichten auf Multi-Milliardeneinnahmen?