Preise für WLAN-Dienste
noch nicht marktfähig
"Marketinglehrbuch
hilft nicht weiter"
(19.02.04 - pte) - - Die
Preise für WLAN (Wireless LAN)-Dienste sind noch nicht marktfähig.
Zu dieser Einschätzung kommt der Chef des Düsseldorfer
Abrechnungsspezialisten acoreus
Omar Khorshed. "Weder UMTS noch WLAN haben eine Chance,
unterhalb eines Massenmarktes dauerhaft zu existieren. Ich bin
überzeugt, dass nur WLAN das Potenzial zum Massenmarkt hat.
Aber die exorbitanten Preise, die man heute dafür bezahlt,
müssen in Frage gestellt werden, will man den drahtlosen
Internetzugang wirklich in die Masse bringen".
Derzeit scheint die Preisgestaltung
für die Nutzung von WLAN-Hotspots eher dem Marketing-Lehrbuch
- anfangs hohe Preise für "early adopters" - zu
folgen. Preise pro Online-Stunde zwischen knapp einem und knapp
acht Euro, je nach Menge des vorausbezahlten Stunden-Kontingents,
zeugen von einer Preispolitik, die noch nicht auf den Durchbruch
im Massenmarkt ausgerichtet ist. In der Schweiz dagegen sind
bereits Preise pro WLAN-Stunde von rund zwei Franken ohne Vorausbezahlung
üblich. Darüber hinaus bieten Betreiber wie TheNet
Hotzone-Angebote. So kann man zu Hause eine monatliche Flat Rate
von 29 Franken ohne Zeit- oder Volumenlimit erwerben.
Khorshed sieht schon jetzt
die Möglichkeit für deutlich reduzierte WLAN-Preise:
Die Technik selbst sei sehr günstig geworden und die bisher
kostenintensive Authentisierungs- und Abrechnungsthematik durch
Angebote wie etwa Yellex für den WLAN-Betreiber lösbar.
"Der WLAN-Zugang entwickelt sich zum Commodity-Produkt,
der selbst in Supermärkten und an Kiosken erhältlich
sein wird", prophezeit Khorshed.
Ohnehin zeige die Entwicklung
bei DSL im Festnetz, nämlich weg von Minuten- und Stundenpreisen
hin zur Volumenberechnung oder Flat Rate, wie sehr die Preisgestaltung
für WLAN noch vom GSM-Mobilfunk geprägt ist. Für
IP-basierende Zugangsdienste, egal ob im Festnetz oder mobil,
seien Zeittarife im Grunde Unsinn, denn es werden keine Leitungen
dediziert blockiert. Über die Zugangsknoten und die Backbone-Netze
laufen nur die Datenpakete. Insofern werde sei es nur eine Frage
der Zeit sein, bis diese Tatsache auch auf die Preise für
WLAN durchschlägt, betont Khorshed.
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