Webzapping zwingt Firmen
zum Umdenken
Studie zum Surfverhalten
der Internet-Nutzer
Kiel (pte, 23. Jul 2001)
- Internetnutzer legen wert auf Schnelligkeit und Übersichtlichkeit.
In der Regel dauert es 25 Sekunden, bis sie den Aufbau einer
Webseite abbrechen. Wirkt eine Homepage auf sie unübersichtlich,
rufen sie die nächste auf, ohne Inhalte zu überprüfen.
Das ergab eine Online-Studie des
Kieler Marktforschungsinstituts Dr. Parge & Partner.
Den Inhabern einer Webseite rät das Institut daher, auf
technische Spielereien, mit denen sich die Ladezeit verlängert,
zu verzichten. Die wichtigen Inhalte einer Seite müssten
auf den ersten Blick wahrnehmbar sein, da 78,9 Prozent der Nutzer
sich durch das Netz "zappen". Die beliebteste Fortbewegungsart
sei dabei das so genannte "Menüscanning", das
schnelle Aufrufen und wieder beenden von Menüpunkten. 55
Prozent aller "Webzapper" würden so eine Internetseite
wahrnehmen. "Sitehopping", das Springen von Seite zu
Seite, werde von 39 Prozent betrieben. 32 Prozent bevorzugten
"Functionskipping", das kurze Anschauen von Videos
und anderen Funktionalitäten. Nur 25 Prozent aller Nutzer
blieben länger als 60 Sekunden auf einer Seite.
Tendenziell greifen die Nutzer auf eine einzige Suchmaschine
zurück, so die Studie. Bei mangelhaften Ergebnissen wechseln
sie nicht das Recherche-Instrument, sondern die Begriffe. Dabei
bleiben nur 21 Prozent der Bemühungen ohne Erfolg. Auf satte
50 Prozent aller Anfragen folgen zwischen ein und 103 Antworten.
Zehn Prozent liefern bis zu 1.000 Suchergebnisse. Davon werden
aber nur wenige angeklickt. 38 Prozent der Nutzer rufen eine
der aufgelisteten Webseiten auf, 25 Prozent gar keine.
Dr. Parge & Partner untersuchte das Verhalten von 587 aktiven
Internet-Nutzern zwischen 14 und 59 Jahren beim Surfen im World
Wide Web mit einer versteckten Videokamera. Die Testpersonen
hatten insgesamt 45 Minuten Zeit, gelenkt nach der Auswahl aus
einem Katalog und auf einer bestimmten Seite nach für sie
interessanten Informationen zu suchen. Anschließend konnten
die Teilnehmer in quantitativen Face-to-Face-Interviews ihre
Meinung zu den getesteten Suchmaschinen und Websites äußern
Die Erhebung wurde von November 2000 bis Februar 2001 durchgeführt.
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