Mittelstandsportal
Internet - Sicherheit

Windows-Leck ermöglicht neue Stealth Viren
Quellcodes auf Hacker-Seiten aufgetaucht

(18.02.04 - pte) - - Der russische Sicherheitsexperte Kaspersky Labs weist darauf hin, dass durch die illegale Veröffentlichung des Windows-Quellcodes in naher Zukunft Sicherheitslücken entstehen könnten, für die es keine Patches mehr gibt.

Quellcodes erleichtern die Analyse des Programms auf Schwachstellen. Das gibt Übeltätern die Chance, Malware in die tiefsten Schichten des Betriebssystems zu schleusen, um sie zu einem Bestandteil von Windows zu machen. So könnte eine neue Generation von Stealth-Viren entstehen, die selbst gegen Anti-Viren-Programme und Firewalls völlig immun sind.

Bereits vor der öffentlichen Erklärung von Microsoft am 12. Februar sind laut Kasperksy einige hundert Megabyte Text-Dateien mit den Quellecodes von Windows 2000 und NT 4.0 auf einigen Hacker-Sites erschienen. Zu den publizierten Teilen zählen so wichtige Module wie WINSOCK, der Internet-Explorer und der Mail-Client Outlook. Die Hacker-Sites sind zwar zurzeit geschlossen, aber eine weitere Verbreitung der Informationen ist zu befürchten.

"Die Veröffentlichung der Quellcodes ist ein einschneidendes Ereignis, das eine neue Etappe im 'Viren gegen Anti-Viren Wettlauf' einläutet. Es ist zu befürchten, dass in naher Zukunft Malware auf System-Ebenen entsteht, die von traditionellen Anti-Viren-Programmen nicht mehr entdeckt werden können", prognostiziert Eugene Kaspersky, Leiter der Kaspersky Anti-Viren-Forschung.

Da sich die meisten Viren über E-Mail-Attachments verbreiten, kann nur dringend davor gewarnt werden Anhänge von unbekannten Absendern zu öffnen. Grundsätzlich sollten Outlook und Internet Explorer auf höchste Sicherheit gestellt werden und insbesondere .exe oder .txt Attachments unter keinen Umständen geöffnet werden, auch wenn sie von vertrauten Absendern stammen, da diese bereits Opfer eines Virus geworden sein können, der sich dann automatisch weiter verbreitet.